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Happiness Journey

Alle Zeit der Welt :)

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Nachdem es in meinem letzten Artikel ja schon rudimentär um das Gesetz der Anziehung ging, habe ich in den vergangenen Tagen mal versucht, ein bisschen was davon in meinem Alltag anzuwenden. Die Vorstellung, durch positive Gedanken auch mehr und mehr positive Dinge und Erlebnisse in mein Leben ziehen zu können, finde ich ziemlich cool. Klar, das Gesetz der Anziehung soll auch bewirken können, durch die Macht der Gedanken über Nacht Millionär zu werden – aber daran kann ich, wenn ich ehrlich bin, (noch?) nicht so recht glauben. 

Natürlich hätte ich nichts gegen einen solchen Geldsegen, aber aktuell würde mir ein bisschen mehr Freizeit schon ausreichen. Tatsächlich ertappe ich mich nämlich oft dabei, dass ich total verlernt habe einfach „im Moment“ zu leben. Habe ich es nach Feierabend mal geschafft, mich mit einem Buch auf die Gartenliege zu legen um zu lesen, kann ich der Handlung meist gar nicht folgen, da meine innere Stimme mir schon zuflüstert, dass ich um 20 Uhr die Wäsche aus dem Trockner holen, falten und wegsortieren muss, dass ich noch die Spülmaschine ein- und ausräumen muss, dass ich um 21 Uhr noch duschen, Haare waschen und Haare föhnen muss und dass ich auch noch ein paar E-Mails beantworten sollte. Statt einfach mal abzuschalten und mein Buch zu lesen, bemitleide ich mich dann gerne selber und ärgere mich darüber, dass meine Freizeit mit lästigen Pflichten ausgefüllt ist und mir keine Zeit für meine Hobbys bleibt. Ich steigere mich so lange in diese negativen Gedanken hinein, bis es wirklich 20 Uhr ist und der Trockner piept. Es wird genervt die Wäsche ausgeräumt, gefaltet und wegsortiert – genau die Teile, die ich am nächsten Tag brauche, sind extrem zerknittert und müssen auch noch gebügelt werden. Das ärgert mich maßlos, denn mein ganzer Zeitplan verschiebt sich so nach hinten. Beim anschließenden Duschen ist plötzlich kein warmes Wasser mehr da und es dauert ewig, bis ich die Haarspülung auswaschen kann. „Das geht alles von deiner Freizeit ab!“ ruft meine innere Stimme.  Wen wundert es noch, dass der Föhn beim Haare trocknen überhitzt und ich warten muss, bis er sich abgekühlt hat?! Komme ich dann endlich aus dem Bad und schaue auf die Uhr, zeigt diese 22.15 Uhr an. Und meine innere Stimme ruft: „Oh nein, schon fast 23 Uhr!“

Und hier könnte tatsächlich das Gesetz der Anziehung ins Spiel kommen. Meine Gedanken kreisen permanent darum, dass ich zu wenig Freizeit habe und ich mich gestresst fühle. Dementsprechend ziehe ich vielleicht wirklich Situationen und Umstände an, die mir noch mehr Zeit klauen?! Und undankbar bin ich auch, wenn man es mal genau betrachtet. Statt mich zu freuen, dass ich eine Arbeitsstelle habe, bin ich genervt davon, spät nach Hause zu kommen. Ich bin genervt von der Wäsche, die ich aus dem Trockner holen muss, statt mich zu freuen, dass ich überhaupt einen besitze. Ich finde es total untragbar, dass plötzlich kaltes Wasser aus der Dusche fließt, statt glücklich zu sein, dass wir sauberes Trinkwasser haben, dass sogar ganz bequem aus der Leitung kommt. 

Was, wenn ich einfach mal meine Denkweise ändere? Im Umkehrschluss zu den „magnetisch angezogenen“ Zeitdieben, müsste doch der Gedanke „Ich habe alle Zeit der Welt“ bewirken, dass ich mehr Freizeit habe und nicht mehr gestresst durch den Tag hetzen muss? Und wenn Dankbarkeit noch mehr Dinge anzieht, über die ich mich freuen kann, wäre das doch einfach mal nen Versuch wert! Es kostet keinen zeitlichen oder materiellen Aufwand, sondern nur mentalen. Schlechte Gedanken ziehen schlechte Dinge an. Also muss ich versuchen, schlechte Gedanken und negative Grübeleien zu vermeiden.

Hier kann ich schon mal sagen, dass ich schlafe wie ein Stein, seit ich mir abends verbiete, über negative Dinge zu grübeln. Ich zwinge mich, mir zu sagen, dass der kommende Tag richtig schön wird, dass der Arbeitstag total entspannt wird und rufe mir alle möglichen Dinge ins Gedächtnis, über die ich mich freuen kann und für die ich dankbar sein darf. Und das ist ne ganze Menge! Wie cool ist es schon allein, ein Dach über dem Kopf zu haben und in einem bequemen, eigenen Bett zu liegen? Das alles ist nicht selbstverständlich und es lohnt sich wirklich, sich mal bewusst zu machen, wie reich man durch solch vermeintlich banale Dinge beschenkt ist! 

Und was abends beim Einschlafen hilft, hilft auch morgens beim Aufstehen! Normalerweise bin ich total genervt, wenn ich nur schon das Geräusch meines Weckers höre. Statt dann direkt mit der inneren Stimme die To-Do-Liste durchzugehen und zu überlegen, was alles „Katastrophenpotential“ für unangenehme Situationen birgt, habe ich mich darauf konzentriert, wofür ich dankbar sein kann: es ist nicht selbstverständlich, gesund und munter im eigenen Bett aufzuwachen und eigenständig ins Bad gehen um sich für den Tag fertig machen zu können. Klingt blöd, ist aber so! Allein das ist doch schon ein Grund zur Freude. Genau wie das fließende Wasser aus dem Hahn, das Frühstück, und und und. Ich könnte die Liste jetzt noch endlos ausweiten, aber jeder weiß sicher, auf was ich hier hinauswill. Dankbarkeit steigert wirklich die Laune am Morgen! Und statt permanent auf die Uhr zu gucken und zu denken „Mist, ich habe keine Zeit!“ Habe ich mir bewusst gemacht, dass die Straßen aufgrund der Sommerferien viel freier sind und ich auch ruhig ein paar Minuten später losfahren kann. Also habe ich mich ganz in Ruhe fertig gemacht, mir noch eine Banane in mein Müsli geschnitten, beim Essen noch ein YouTube Video angeschaut und meinen Kaffee am geöffneten Fenster getrunken. Dabei habe ich wie eine alte Omi die Leute an der Tankstelle gegenüber beobachtet und mich gefreut, als ich eine Spaziergängerin gesehen habe, die zwei total niedliche lockige Mischlingshunde Gassi führte. Immer wieder dachte ich mir dabei: „Ich habe alle Zeit der Welt!“

Schlussendlich bin ich 15 Minuten später losgefahren als sonst. Auf der Fahrt habe ich mir an der Baustellenampel und hinter dem 30 km/h fahrenden Traktor weiterhin gedacht, dass ich alle Zeit der Welt habe. Außerdem habe ich mich darüber gefreut, dass ich mit meinem eigenen Auto zur Arbeit fahren darf und nicht auf Bus und Bahn angewiesen bin. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln hätte ich nämlich eine halbe Weltreise vor mir. Außerdem freue ich mich, dass ich eine Strecke fahren darf, die landschaftlich ziemlich schön ist: Ich komme an Kuhweiden, Korn- und Sonnenblumenfeldern und hübschen Häusern vorbei. Den Blick auf die Uhr vermeide ich bewusst.

Und das Lustige: als ich mich beim Befahren des Parkstreifens vorm Büro wieder traue, die Uhrzeit zu lesen, ist es tatsächlich 7.45 Uhr – ich bin um dieselbe Zeit angekommen, wie sonst auch!

Tatsächlich kam ich nicht genervt im Büro an, sondern gut gelaunt – fest entschlossen, mich auch hier nicht von Aktenstapeln, unvorhergesehenen Telefonaten (die meist auch ein unvorhergesehenes Mehr an Arbeit bedeuten) und anderen Vorkommnissen aus der Ruhe bringen zu lassen. Nach der ersten Tasse Kaffee habe ich alle anstehenden Aufgaben in wichtig und unwichtig unterteilt, mich voller Motivation auf die wichtigen Aufgaben gestürzt und mir immer wieder mein Mantra aufgesagt: „Ich habe alle Zeit der Welt!“ Ohne ständige bange Blicke auf die Uhr ging mir die Arbeit viel besser von der Hand und ich habe auch alle eiligen Aufgaben ohne Zeitdruck erledigen können. Und die Krönung: Um 12.30 Uhr gab es Hitzefrei vom Chef und ich hatte am Nachmittag tatsächlich alle Zeit der Welt! 

Und diese Zeit habe ich dann auch wirklich lesend im Garten auf der Liege verbracht. War das schön! Man könnte wirklich denken, ich hätte mehr freie Zeit „angezogen“! Total witzig! Zwar kann ich das nicht ganz glauben und meine innere Stimme wirft immer wieder hüstelnd das Wort „Aluhut“ ein, aber trotzdem…ein Anfang war das doch schon! 

2 Antworten auf „Alle Zeit der Welt :)“

Gratitude and positive reframing of a situation liberates from negative thoughts and stress. Thanks for the inspiration! I am going to apply it now!

Hi Rixt,
Thank you very much for your comment. I wouldn’t have thought for myself how easy it would be to reverse some stupid and annoying situations with gratitude, positive thinking and some humour.
Maybe you would like to tell me if you have ever managed to turn a really stupid situation into something good through gratitude and positive thinking? I would be very happy to hear from you!
Many greetings,
Steffi

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