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Happiness Journey

Good vibes only! :)

Nach der Skateboard-Aktion von gestern, bin ich heute Morgen mit einem ordentlichen Muskelkater in den Beinen aufgestanden. Als ich mich verschlafen ins Bad gekämpft und mit dem Zähneputzen angefangen habe, stellte ich fest, dass meine innere Stimme sang! Zwar war es ein seltsames Medley aus „Skaterboy“ von Avril Lavigne und „Lords of the Boards“ von den Guano Apes (und meine innere Stimme war dabei weder besonders textsicher noch sonderlich melodisch), ABER sie sang tatsächlich! Sonst meckert sie morgens im Bad nämlich in einer Tour. Über das frühe Aufstehen, meine Augenringe, meine Frisur oder Staub auf dem Waschbeckenrand, Kalkflecken auf den Armaturen, und und und. Da fällt ihr auch am frühen Morgen schon einiges ein. Dementsprechend bescheiden ist morgens meist auch meine Laune. Ist meine innere Stimme jedoch gut drauf, bin ich es automatisch auch.

An diesem Punkt dachte ich nach längerer Zeit mal wieder an das Gesetz der Anziehung. Hiermit hatte ich mich ein wenig beschäftigt, nachdem mir meine Schwiegermutti begeistert von Rhonda Byrnes Buch „The Secret“ berichtete und es mir wärmstens ans Herz legte. Rhonda Byrne erläutert hierin die Wirkungsweise dieses „Gesetzes“, lässt einige „Experten“ auf dem Gebiet zu Wort kommen und hat außerdem einige Erfahrungsberichte von „Anwendern“ eingebunden. Ich setze diese Begriffe bewusst in Anführungszeichen, denn so ganz geheuer war mir die Sache beim Lesen zunächst nicht, denn es ist kein „offizielles“ Naturgesetz, das man im Schulunterricht im Physikbuch wiederfinden würde. Alles irgendwie sehr esoterisch und meine innere Stimme fragte mich während des Lesens immer wieder mal, ob ich ab jetzt auch Aluhüte tragen möchte, um mich vor kosmischen Strahlungen zu schützen.

Laienhaft von mir zusammengefasst besagt das Gesetz der Anziehung, dass Gleiches eben Gleiches anzieht. Denkt man also negativ, zieht man negative Dinge an. Denkt man über die Dinge nach, die man NICHT mag und die man NICHT will, zieht man genau diese Dinge in sein Leben. Denkt man hingegen positiv und konzentriert sich auf Dinge, die einem Freude machen und die man liebt, bekommt man auch hiervon immer mehr. Eine wichtige Rolle spielt auch die aufrichtige, gefühlte Dankbarkeit und das Bewusstsein dafür, dass nichts das man hat selbstverständlich ist.

Man mag davon nun halten was man will, aber wenn ich so überlege, könnte tatsächlich etwas Wahres dran sein. Irgendwann habe ich ein Gedankenmuster entwickelt, das sich mehr auf die negativen Dinge konzentriert als darauf, was in meinem Leben alles Tolles passiert. Ich kann mich richtig in negative Grübeleien hineinsteigern und ganze Nächte damit verbringen, anstatt zu schlafen, irgendwelche Horrorszenarien zu kreieren, oder mich über (t0tal unwichtige) Dinge aus der Vergangenheit zu ärgern. Oder ich ärgere mich schon „vorgreifend“ über eine Sache X, die Person Y am nächsten Tag in Situation Z tun oder sagen könnte. Dass Situation Z niemals eintreten wird, brauche ich sicher nicht zu erwähnen. Am nächsten Tag bin ich dann unausgeschlafen, übellaunig und finde noch mehr Dinge, über die ich mich ärgern kann, vor denen ich Angst haben muss und über die ich mir in der folgenden Nacht weitere haarsträubende Szenarien ausdenken kann.

Wer also das Gesetz der Anziehung für sich nutzen will, muss positive Gedanken haben und versuchen, mehr oder weniger ständig von Dankbarkeit und Freude erfüllt zu sein. Dann bekommt man, wie durch einen großen Magneten angezogen, immer mehr Dinge, für die man dankbar sein kann und über die man sich freut. Alles im Universum hat eine bestimmte Frequenz. Man zieht so gesehen immer das an, was dieselbe Frequenz ausstrahlt, wie man selbst. Man muss sich also Dinge suchen, die einem Spaß machen und an denen man sich erfreuen kann. Alles Negative soll man zwar zur Kenntnis nehmen, sich jedoch davon abwenden, ohne ihm zu viel Aufmerksamkeit zu schenken. Das ist jetzt natürlich nur meine kurze, knappe Zusammenfassung. So in etwa habe ich die Sache mit dem Gesetz der Anziehung verstanden und mir zwischenzeitlich auch ein paar YouTube-Videos dazu angeschaut. Eine YouTuberin aus England sagte den schönen Satz „You have to raise your vibration!“

Ich sag mal so…ausprobieren kostet ja nix! Also heißt es ab jetzt: „High vibes only!“ 😀

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Tag 1: Raus aus dem Rad, ab auf´s Board :D

Heute war also Tag 1 meines Selbstversuchs und ich bin echt überrascht, dass wir gerade 22 Uhr haben und ich tatsächlich noch voller Elan an einem Blog-Artikel schreibe…Normalerweise gammle ich an einem Montagabend um diese Zeit auf der Couch herum und bin schon mehr oder weniger im Schlafmodus. Heute freue ich mich wie ein Schnitzel, dass ich es tatsächlich durchgezogen habe: ich habe das alte Skateboard meines Mannes (ich selbst hatte als Kind eine typische Supermarktversion, er hingegen ein richtig cooles profimäßiges mit Carhartt-Aufklebern auf der Unterseite, das seit Jahren ein trauriges Dasein als „Dekoartikel“ in unserem Wohnzimmer fristete) in den Kofferraum geladen und bin nach Feierabend eine Runde damit gefahren.

Aber der Reihe nach. Mein Tag startete eigentlich wie immer mit der obligatorischen Montags-Minus-Motivation. Doch war da auch noch etwas anderes: ein kleiner Funken Vorfreude darauf, nach Feierabend mal wieder etwas Neues auszuprobieren. Die Frage „Was ziehe ich heute an?“ war noch schwieriger zu beantworten als sonst, denn es sollte ja ein Outfit sein, mit dem ich den Tag im Büro überstehen konnte, ohne seltsam aufzufallen und gleichzeitig sollte es sporttauglich sein. Darauf, abends im Büro auf der Toilette schnell in Sportsachen zu hüpfen, hatte ich wenig Lust. Also entschied ich mich für eine Jeans mit ganz viel Stretchanteil und ein Poloshirt mit Strickjacke. Damit müsste ich mich eigentlich halbwegs gut bewegen können und auch im Büro ganz ok aussehen.

Auf der Fahrt zur Arbeit überlegte ich schon einmal, wo ich überhaupt meine ersten Runden auf dem Brett drehen könnte, ohne mich dabei bis auf die Knochen zu blamieren. Am besten ein Ort mit wenig Publikumsverkehr. Auf gar keinen Fall ein Skaterpark, wo ich mich direkt vor einem Haufen Jugendlicher zum Vollhorst machen würde. Dann kam mir eine Idee. Es gibt auf halber Strecke zwischen meinem Büro und unserer Wohnung eine Berufsschule mit gut asphaltierten Spazierwegen und einem Sportplatz auf dem Gelände, wo jetzt in den Sommerferien sehr wenig los ist und höchstens mal ein paar Eltern mit ihren Kinder Fahrradfahren üben. Perfekt für mein Vorhaben! Was noch perfekt war: mein Gehirn war während der Autofahrt mal mit anderen Dingen beschäftigt, als sich über andere Verkehrsteilnehmer zu ärgern und in Abständen die Uhrzeit zu checken. Und meine innere Stimme kam gar nicht erst dazu, darüber zu lamentieren, wie ungerecht es doch ist, dass momentan sämtliche Leute im Urlaub sind und die Ferien genießen, während ich dumme Nuss zur Arbeit gurke. Meine innere Stimme hält mir auf dem Weg zur Arbeit sehr gerne Vorträge. Sie handeln wahlweise von Dingen, die ihrer Meinung nach im Büro schiefgehen könnten, von Dingen, über die ich mich im Büro vielleicht ärgern könnte oder auch von Dingen, über die ich mich in der Vergangenheit im Büro geärgert habe. Heute hielt sie tatsächlich mal die Klappe. Das war schön!

Der Tag im Büro verging dann auch recht angenehm. Zwischendurch sah ich mich vor meinem geistigen Auge schon elfengleich auf dem Skatebord über den Asphalt gleiten. Na ja, nicht ganz. Aber es war tatsächlich unterschwellig immer ein Art Vorfreude auf den Feierabend vorhanden.

Und dann kam die 16-Uhr-Müdigkeit. „Willst du gleich echt noch Skateboard fahren? Das ist doch viel zu anstrengend nach der Arbeit. Ruh dich lieber mal aus!“ nölte meine innere Stimme. Aber ich habe nicht nachgegeben und bin tatsächlich nach Büroschluss noch auf das Berufsschul-Gelände gefahren. Der kleine Parkplatz auf dem ich mein Auto abstellte, war jedoch leider nicht leer. Es standen ein paar Spaziergänger neben ihren Autos und unterhielten sich. Ich wartete ungeduldig darauf, dass sie endlich in ihre Autos stiegen und wegfuhren. Aber sie redeten einfach weiter aufeinander ein und blieben dort stehen, wo sie waren. Was würden die wohl denken, wenn ich gleich mein Skateboard aus dem Kofferraum holen und meine Knieschoner anziehen würde? Wie unangenehm! Aber egal, da musste ich jetzt durch. Andere Leute fragen auch nicht danach, was ich von ihren Trekkingsandalen halte und wie ich zu Nordic Walking stehe. Also raus aus dem Auto, Schoner angelegt und mit dem Skateboard unter dem Arm eine günstige Stelle zum Üben gesucht. Die Spaziergänger grüßten übrigens freundlich und schienen keinen Anstoß daran zu nehmen, dass da jemand im typischen Sekretärinnenoutfit bestehend aus rosafarbenem Poloshirt mit passender Strickjacke, Perlenkette und -Ohrringen sowie seriösem Bürodutt plötzlich zum Skatergirl mutierte. Ich hingegen kam mir so richtig blöd vor und hätte am liebsten laut losgelacht, wie ich da mit dem Skateboard unter dem einen Arm und meiner Handtasche unter dem anderen Arm durch die Gegend dackelte. Dann hatte ich eine passende Übungsstrecke gefunden. Ein gerades Stück Asphalt mit einer Bank zum Ablegen der Handtasche. Und keine anderen Leute in Sicht! Es konnte also los gehen. Und dann stand ich tatsächlich nach über 20 Jahren wieder auf einem Skateboard!!! Zwar noch etwas wackelig und erstaunt darüber, wie sehr sich doch der Körperschwerpunkt verändert hat, aber es war ein tolles Gefühl! Und es war echt beeindruckend zu bemerken, dass das Gehirn über all die Jahre hinweg die nötigen Bewegungsabläufe gespeichert hat. Geradeausfahren ging tatsächlich schon ziemlich schnell wieder ziemlich gut! Lenken und Bremsen waren schon schwieriger, aber mit etwas mehr Übung würde auch das sicher wieder klappen. Und dann kamen Spaziergänger. Oh je..und jetzt? Kurz verspürte ich den Drang, mich auf die Bank zu setzen und ganz wichtig Nachrichten in mein Handy zu tippen, bis sie vorbei waren. Aber nein, ich konnte mich dann doch überwinden, weiter Schwung zu holen und auf dem Board an den Leuten vorbeizufahren. Ha!

Irgendwann machten sich dann aber doch lang nicht mehr benutzte Muskeln bemerkbar und ich war ganz schön kaputt von der ungewohnten Bewegung. Zum Abschluss kam aber noch die Kür: ich bin im Stehen den kleinen Berg zum Parkplatz runtergefahren. Yeah! Zwar hätte mein 12jähriges Ich über diesen kleinen Hügel nur müde lächeln können, aber mein 35jähriges Ich (mit seinen ersten zwei bis drei grauen Haaren) fühlte sich dabei phantastisch! Ich kann echt noch Skateboard fahren! Wie cool ist das bitte?!

Müde aber glücklich kam ich anschließend zu Hause an, bin unter die Dusche gehüpft, habe ein paar Aufbackbrötchen in den Ofen geworfen und sitze nun tatsächlich immer noch am PC. Nicht total genervt und übermüdet, sondern tatsächlich richtig gut gelaunt. Und meine innere Stimme hat mich sogar ein bisschen gelobt, weil ich nicht hingefallen bin…:)

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Back to the roots…

So, da wären wir am Anfang meines Projekts „Hamsterradausstieg“. Es muss sich dringend etwas ändern, so viel ist klar. Ich möchte mich nicht mehr ständig abgehetzt und ausgelaugt fühlen und die Zeit, die mir neben der Arbeit bleibt, besser ausfüllen. Aber womit eigentlich? Klar, da sind einerseits die notwendigen Aufgaben: Duschen/Körperpflege im Allgemeinen, Einkaufen, Essen kochen, Putzen, und was sonst noch so dazu gehört. Eine lange Liste mit Dingen, die sich nicht vermeiden lassen, auch wenn sie nicht unbedingt viel Spaß machen. Und dann sind da noch die Dinge, die Spaß machen. Aber welche sind das in meinem Fall eigentlich? Natürlich verbringe ich gerne Zeit mit meinem Mann, unserer Familie, unserem Freundeskreis und meinen Freundinnen. Ich lese außerdem gerne. Mehr fiel mir so aus dem Stand gar nicht ein. Und das hat mich schon ein wenig entsetzt. Habe ich gar keine richtigen Hobbys mehr?! Wie war das denn früher als Kind? Da hatte ich eine ganze Menge Hobbys. Gelesen und mich mit Freundinnen getroffen habe ich da auch schon. Aber ich habe auch noch Klavier gespielt, viel gemalt, habe mich für Pflanzen und Tiere interessiert, kannte die Namen sämtlicher heimischer Pilze auswendig und habe gerne Geschichten geschrieben. Ich hatte ein Skateboard und war stolz darauf, den kleinen Berg in unserer Straße „im Stehen“ herunterfahren zu können. Auch auf Inlinern haben wir unsere Nachbarschaft unsicher gemacht und hatten nie Langeweile.

Wo ist das alles hin? Irgendwie habe ich all die Dinge, die mir früher Spaß gemacht haben, nach und nach aus den Augen verloren. Es fing während der Schulzeit schleichend an, dann kam die Ausbildung durch die ich in dem Bürojob gelandet bin, den ich auch heute noch ausübe. Mit dem Auszug in die eigene Wohnung kam dann nach Feierabend auch noch der Haushaltskram dazu und zack – weg sind die Hobbys! Wenn ich Feierabend habe und theoretisch ein wenig Zeit hätte, sitze ich oft einfach nur träge auf der Couch und bemitleide mich. Bemitleide mich, weil ich so müde bin, dass ich zu nichts mehr Lust habe. Irgendwo habe ich letztens einen Satz gelesen, der ungefähr so ging:“Man ist nicht müde, weil man zu viel getan hat, sondern weil man zu wenig getan hat, was man liebt.“ Der Satz trifft es ganz genau. Aber was liebe ich denn? Als Kind hätte ich ganz einfach gesagt: „Malen! Skateboard fahren! Geschichten ausdenken!“

Was wäre denn, wenn ich einfach mal auf meine alten Hobbys zurückgreifen würde? „Back to the roots“, sozusagen? Kann ich mit 35 immer noch Skateboard fahren? Macht mir Malen vielleicht auch heute noch Spaß? Auf jeden Fall würden all diese Dinge mal wieder für ein wenig Abwechslung in meinem Alltag sorgen! Wäre es nicht einen Versuch wert, das alte Skateboard, Knie-, Ellenbogen- und Handgelenkschoner in den Kofferraum zu laden und nach Feierabend einfach mal ne Runde damit zu fahren? Ich finde schon! Gleich morgen geht´s los!

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Aller Ausstieg ist schwer…

Nachdem mir auffiel, dass ich schon seit längerer Zeit schlecht gelaunt und gestresst durch die Gegend hetze und jeder Tag von einer unterschwelligen, schwer greifbaren Unzufriedenheit geprägt ist, musste ich mir eingestehen, dass ich mitten drin bin: im Hamsterrad. Wobei der Vergleich mit dem Hamsterrad ja eigentlich hinkt. Denn der Hamster läuft gern in seinem Rad. Es macht ihm Spaß! Durch sein Laufen bewegt er das Rad. Das Rad dreht sich und dreht sich, solange der Hamster Lust am Laufen hat. Springt der Hamster raus, dreht das Rad noch ein paar einsame Runden und steht dann irgendwann still. Ich hingegen habe das Gefühl, dass ich mich in einem Rad befinde, das sich einfach von selbst dreht. Und ich muss laufen und laufen, solange das Rad will. Mal schneller, mal langsamer. Mal so schnell, dass ich kaum mitkomme und alle Kraft ins Laufen stecken muss, um nicht der Länge nach hinzufallen und aus dem Rad geschleudert zu werden. – Ok, so dramatisch ist es nicht, aber manchmal schon nah dran. Daher wird es höchste Zeit, mit einem eleganten Sprung aus dem Rad zu hüpfen! Hamster machen ja schließlich auch noch andere Dinge: fressen, schlafen, buddeln und alles, was im Hamsterbusiness sonst noch „in“ ist.

Aber wie kann ich den Ausstieg aus dem Rad schaffen? Auf der Suche nach einer Antwort auf diese Frage, bin ich auf verschiedenste Dinge gestoßen: Ich habe „The Secret“ von Rhonda Byrne gelesen und mich im Zuge dessen schon ein wenig mit dem Gesetz der Anziehung beschäftigt. Ich habe einige YouTube-Videos geschaut, die davon handeln, wie man durch eine gut geplante Morgenroutine angeblich einen ganzen Tag zum Positiven wandeln kann. In wiederum anderen Videos wurde mir erklärt, wie ich die Kraft der Edelsteine nutzen und mittels Numerologie Botschaften des Universums empfangen kann. „Hilfe, bist du schon so tief gesunken?“, ruft meine innere Stimme dann immer, denn eigentlich tut ein großer Teil von mir alles aus dieser Richtung sofort als esoterische Spinnerei ab. Und wenn ich ganz ehrlich bin, glaube ich auch nicht, dass dort der richtige Weg für mich liegt. Den richtigen Weg für mich sehe ich aber ebenso wenig in den zahlreichen Videos einiger „Hochglanz- YouTuber“, die selbständig arbeiten und sich nach freiem Ermessen Zeit für eine zweistündige Morgenroutine freischaufeln können. Hut ab vor der Arbeit, die sie in solche Videos stecken. Aber wann bitte soll ich denn aufstehen, um eine Stunde zu meditieren, joggen zu gehen, gesund zu frühstücken und mich anschließend so zu stylen, als ginge ich nicht zur Arbeit, sondern auf die Fashionweek?! Nein, das ist nichts für mich. Aber die Sache mit dem Gesetz der Anziehung, das – ganz simpel erklärt – darauf beruht, dass man mit positiven Gedanken alles erreichen kann, was man nur will, klingt ganz verlockend. Und zu verlieren hat man dabei ja im Grunde auch nichts?!

Es muss doch irgendwie möglich sein, ein ganz normales Durchschnittsleben wenigstens ein bisschen spannender, lustiger und ein klein wenig stressfreier zu gestalten, auch wenn man nicht viel Spielraum hat, um die Rahmenbedingungen zu verändern. Denn wenn ich nicht im Lotto gewinne, wird die Arbeit wohl weiterhin einen großen Teil meines Lebens ausmachen und meine Freizeit entsprechend einschränken. Und Arbeitstage laufen nun mal im Großen und Ganzen immer gleich ab. Fast wie bei „Und täglich grüßt das Murmeltier“. Ich mag niedliche Nagetiere sehr gern und wir haben auch schon zwei puschelige Hamster unter unserem Dach beherbergt. Aber trotzdem will ich nicht länger einen Nagetier-Sport betreiben!
Auf diesem Blog möchte ich daher einen kleinen Selbstversuch dokumentieren: Was hilft beim Sprung aus dem Hamsterrad? Wie kann man dauerhaft draußen bleiben?
Ich will versuchen, meine „Strategien“ sowie die Erfolge und Niederlagen dabei hier mehr oder weniger tagebuchartig zu dokumentieren.

Ich bin gespannt, ob es mir am Ende sogar gelingt, neben dem Hamsterrad in der Wiese zu sitzen und einen Cocktail zu trinken! 🙂

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„Haltet das Hamsterrad an – ich steige aus!“

Das gute alte Hamsterrad…wer kennt es nicht? Der Wecker klingelt morgens um 6 Uhr, man quält sich aus dem Bad, zwingt sich zu den nötigen „Restaurationsarbeiten“ (duschen, seltsame Haarverknotungen in eine Frisur umarbeiten, Augenschatten notdürftig mit Concealer verdecken, ein bisschen Wimperntusche, Rouge und Lippenstift auftragen), ein halbwegs bürotaugliches Outfit aus dem Schrank heraussuchen, eilig einen Kaffee trinken und vielleicht noch einen Toast oder ein Müsli runterschlingen – alles irgendwie träge und halbherzig, begleitet vom ständigen Blick auf die Uhr und dem Gedanken „Boah, ich hab keinen Bock!“

„Haltet das Hamsterrad an – ich steige aus!“

Dann geht es weiter: man schnappt sich die Handtasche, die gefühlt den halben Haushalt enthält, da man ja weiß, dass man erst am Abend wieder nach Hause kommt und zwischendurch für alle Eventualitäten gerüstet sein will. Auch sollte der Stapel Altpapier (Pizzakartons, Kartons diverser Online-Bestellungen in allen Größen und Formen) langsam mal die Küche verlassen, also wird die große Altpapiertasche über die linke Schulter gehängt. Ach ja, nach der Arbeit geht es ja noch weiter zum Aquafitness, damit der Büro-Rücken sich erholen darf – also muss auch noch die große Sporttasche über die rechte Schulter gehängt werden. Der Versuch, alles auf einmal zum Auto zu schleppen, scheitert schon im Treppenhaus: die Kartons verteilen sich lustig auf den Treppenstufen, die Sporttasche rutscht direkt mit von der Schulter, dabei fällt die Brotdose aus der Handtasche (die natürlich nicht mehr mittels Reißverschluss geschlossen werden kann, da sie überquillt) und während man hektisch alles wieder aufsammelt, denkt man nur „Es ist einfach zum Kotzen!“

Endlich am Auto angekommen: Es wird alles in den Kofferraum geladen, man steigt ein – und versucht mit mäßigem Erfolg, bloß nicht mit der Kleidung das Auto zu berühren, denn die letzte Autowäsche ist mal wieder einigen Wochen her…in der wenigen Freizeit, die einem bleibt, müssen Nichtigkeiten wie eine Autowäsche ganz hinten anstehen. Auch wenn man sich permanent ärgert, dass das Auto ständig die Farbe „Mattgraubraunblütenstaubgelb“ trägt, obwohl es doch eigentlich in schwarz-metallic lackiert ist. Dann geht es weiter: Motor an, Gang rein – und erst mal Schulkinder und andere Fußgänger vorbeilassen, deren Weg natürlich an der Einfahrt vorbeiführt. Zwischendurch immer wieder ein genervter Blick auf die Uhr. Nach einer Fahrt von 30 Minuten (es könnten 20 Minuten sein, wären da nicht Müllwagen, Schulbusse, Baustellen, …) kommt man endlich am Büro an. Super, auf dem Parkstreifen ist noch eine große Lücke frei. Schnell wird in der Seitenstraße gedreht – und zack – in der schönen großen Parklücke hat es sich ein anderes Auto gemütlich gemacht. Man kurvt also noch ein bisschen durch die Gegend – wobei die Uhr natürlich nicht aus den Augen gelassen wird – und kommt schließlich endlich im Büro an. Eigentlich fühlt man sich schon schlapp und ausgelaugt, bevor man sich mit seiner Kaffeetasse an den Schreibtisch gesetzt hat und die Aktenstapel sichtet, die bearbeitet werden müssen. Die Büroarbeit läuft dann wie immer: Akten wälzen, Telefonate führen, die großen und kleinen Probleme der Kunde lösen. Eigentlich nichts Weltbewegendes oder sonderlich Stressiges. Trotzdem hat man das Gefühl, dass jedes Telefonat und jeder Blick in die Akten mehr und mehr Energie rauben. Endlich ist Mittagspause. Man isst schnell etwas, geht vielleicht noch eine Runde spazieren und lässt die Gedanken immer wieder zu den Akten wandern, die noch auf dem Schreibtisch liegen und führt im Geiste schon mal alle Telefonate, die nach der Pause noch abzuarbeiten sind. Das sind meist die Telefonate, die man vormittags aufgeschoben hat. Telefonate mit Konfliktpotential, zu denen man sich einfach noch nicht überwinden konnte. Es kommt zu fragwürdigen inneren Dialogen (tatsächlich Dialoge, keine Monologe…es gibt nämlich eine Art innere Stimme, die gern die Rolle des Gesprächspartners einnimmt und dabei viele unschöne Dinge sagt…) in denen man sämtliche Szenarien durchdenkt, die natürlich immer mit dem Worst Case enden.

Wieder am Schreibtisch angekommen merkt man dann, dass die Telefonate, die man aufgeschoben hat, eigentlich harmlos waren. Meist läuft doch alles gut und man ärgert sich, dass man sich die schöne Pause mit den negativen Gedanken versaut hat. Man kann wieder aufatmen und merkt im Zuge dessen, dass der Rücken und die Schultern total verspannt sind, der Kopf schmerzt von der Arbeit am Bildschirm und die 16-Uhr-Müdigkeit schlägt voll zu. Besonders produktiv ist man nun nicht mehr, aber trotzdem rufen Kunden an, kommt „Laufkundschaft“ vorbei und es will verschiedenster Schriftverkehr erledigt werden. Man denkt sich: „Warum zum Henker tue ich mir das an?“ Immer mehr am Limit angekommen, schielt man zur gepackten Sporttasche und fragt sich „Soll ich da gleich wirklich noch hin?“ Hat man sich morgens noch auf die Sportstunde am Abend gefreut, erscheint sie einem jetzt nur noch als zusätzliche Geißel.

Aber es nützt ja alles nichts, aus Angst, irgendwann einen Bandscheibenvorfall zu erleiden, rafft man sich nach Feierabend noch auf und fährt ins Schwimmbad. Die Sportgruppe ist ein bunt gemischtes Grüppchen aus Frauen aller Altersstufen. Einige von ihnen haben Kinder und arbeiten nur noch halbtags, manche sind bereits Rentnerinnen. Neidisch hört man zu, wie sie erzählen, dass sie am Nachmittag mit der Freundin ein Eis essen waren, oder mit ihren Kindern den Zoo besucht haben. Davon kann man selbst nur träumen. Wie schön es wäre, den Nachmittag mal wieder an einem anderen Ort, als dem Büro zu verbringen! Statt auf den Bildschirm zu glotzen in einem Café zu sitzen und mit der Freundin zu quatschen – ein Traum! Ein Traum, der sich leider nur im Urlaub verwirklichen lässt…und der ist noch in weiter Ferne. Man bemitleidet sich noch ein wenig selbst, dann geht es unter die Dusche und endlich ab ins Schwimmbecken. Die Bewegung tut gut und es macht richtig viel Spaß! Man versteht nicht mehr, warum man vorher das Gefühl hatte, es einfach nicht zum Sport zu schaffen. Nachdem man ausgepowert wieder im Auto sitzt, holt einen ein Blick auf die Uhr wieder in die Realität zurück. Schon fast 21 Uhr! So Spät? Zu Hause muss noch die Sporttasche ausgepackt werden. Der nasse Badeanzug will durchgewaschen und zum Trocknen aufgehängt werden. Die nassen Handtücher müssen ebenfalls schnell aus der Tasche und auch alles andere muss wieder an seinen Platz. Dann schminkt man sich noch hastig ab, um um 21.3o Uhr endlich auf der Couch zu sitzen. Ein bisschen will man ja auch noch vom Tag haben. Man greift zu dem Buch, auf das man sich schon so lange freut…und – es war klar – nach zwei Seiten ist man im Land der Träume, das Buch knallt auf´s Laminat, reißt vorher noch die Teetasse mit sich…man ist wieder hellwach, wischt schnell den Tee vom Fußboden auf und denkt sich „Das war jetzt mein Abend? Das ist mein Leben für die nächsten 30 Jahre?“ Es kommen einem fast die Tränen vor lauter Selbstmitleid und man fragt sich, ob man nicht eigentlich der totale Jammerlappen ist.

Und die Antwort lautet: JA! Man ist ein Jammerlappen! Und es muss doch auch anders gehen. Wie? Das wird sich noch zeigen. Ab jetzt heißt es: „Haltet das Hamsterrad an, ich steige aus!