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Frohe Ostern!

Ostern bei den Klutertzwergen

Die Klutertzwerge sind entsetzt,
der Osterhase ist verletzt!
Der Fuchs hat ihn im Gras gefunden,
dort lag er schon seit vielen Stunden.
Er trug ihn über Feld und Berge,
zur Höhle unsrer kleinen Zwerge.

Zwergenmama Henriette legt ihn auf das Gästebette.
Die Pfote hat er sich gebrochen,
schnell schient sie ihm den krummen Knochen.
Hoppeln kann er jetzt nicht mehr,
ach, ihm wird das Herz so schwer!

“Wie soll das Fest denn nun gelingen?
Wer soll die Osterkörbchen bringen?
So viel Arbeit steht noch an,
wer malt jetzt all die Eier an?
In ach so vielen fernen Ecken,
muss ich sie heute noch verstecken!”

“Du ruhst dich aus, das machen wir!”,
beruhigt man schnell das arme Tier.
“Wir Zwerge packen jetzt mit an, damit das Fest bald kommen kann!”
Gesagt getan, schon geht es los,
Hilfe naht aus Baum und Moos.

Hühner bringen körbeweise
frische Eier, braune, weiße.
Hahn und Küken helfen tragen,
es knurrt dem Fuchs schon sehr der Magen…
doch er reißt sich stark zusammen,
kein Federvieh heut anzulangen.

Elstern, Hamster, Nutria,
sind mit Farb´und Pinsel da.
Es wird gemalt, gekleckst, gestrichen,
zwei Mäuschen kommen angeschlichen,
auch sie wolln´basteln, dekorieren,
die Ostereier schön verzieren.

Das Zwergenkind befüllt die Körbchen,
mit Eiern, Naschwerk, Sahnetörtchen.
Nur Opa Karl zieht einen Flunsch:
“Wann gibt´s denn endlich Eierpunsch?”
Ein bisschen muss er sich noch schinden
und Schleifen um die Körbchen binden.

Am Abend endlich ist´s vollbracht,
im Mondschein später in der Nacht,
da schleichen fünfzehn Klutertzwerge
aus der Höhle tief im Berge.
Um in Gärten, Büschen, Hecken,
Ostergaben zu verstecken.

Müde kehren sie zurück,
der Osterhase strahlt vor Glück.
Das Osterfest, das ist gerettet,
das Langohr sich zur Ruhe bettet.
Die Pfote kann er nun kurieren
und muss sich morgen nicht genieren:
für jedes Kind gibt´s ein Geschenk
– für Opa Karl jetzt sein Getränk…

So macht dann noch zu später Stunde,
ne Flasche Eierpunsch die Runde.
Auch der Fuchs wird jetzt belohnt,
hat er doch Has´und Huhn verschont.
“Das Osterfest, das kann jetzt kommen!”
hickst der Fuchs bald leicht benommen,
“auch nächstes Jahr, das ist doch klar,
sind wir für den Hasen da!”

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Der innere Grottenolm – oder: die Sache mit der Selbstdisziplin…

Lange habe ich nichts mehr auf meinem Blog geschrieben. Und da wären wir auch schon beim Thema: Selbstdisziplin!

Irgendwie hatte ich in letzter Zeit eine Phase, in der es mir sehr schwer fiel, morgens aus dem Bett zu kommen, mich für die Arbeit fertig zu machen, mich halbwegs gesund zu ernähren, auf der Arbeit nicht zu prokrastinieren, den Haushalt zu erledigen, und und und… Wahrscheinlich hat jeder mit dieser absoluten Unlust zu allen möglichen alltäglichen Dingen schon seine Erfahrungen gemacht. Der eine mehr, der andere weniger. 

Irgendwann ging ich mir mit der ganzen Antriebslosigkeit selbst auf den Keks und habe festgestellt, dass die gute alte Selbstdisziplin auf der Liste mit Dingen, die uns glücklich machen, ganz weit oben steht! Wenn nicht sogar auf Platz 1! Denn mal ehrlich: wenn der Wecker um 6 Uhr klingelt, man aber noch 20 Minuten länger liegen bleibt, weil man einfach keinen Bock hat aufzustehen –  sind das schöne 20 Minuten? Nein! Eigentlich hat man doch die ganze Zeit im Kopf, dass man schon längst aufgestanden sein müsste und dass man sich nun hetzen muss, um nicht zu spät zur Arbeit zu kommen. Hat man es endlich ins Bad geschafft, springt man hektisch unter die Dusche, schminkt sich notdürftig (oder lässt es einfach), bekommt die seltsam verlegenen Haare nicht mehr in den Griff – und fühlt sich wie ein Grottenolm. Vor dem Kleiderschrank angekommen, greift man schnell die erstbesten Teile (die natürlich weder sonderlich gut zusammenpassen noch außerordentlich bequem sind) und fühlt sich wie ein Grottenolm in Putzlappen. Ein hungriger Grottenolm, denn zum Frühstücken bleibt nun natürlich auch keine Zeit mehr. Statt ein gesundes Müsli mit Obst zu essen und ein Glas Saft oder einen Tee zu trinken, trinkt man schnell einen winzigen Schluck Wasser und verlässt hektisch das Haus. 

Nachdem man sich ins Auto gesetzt hat, stellt man fest, dass nicht nur man selbst ordentlich Hunger hat, sondern auch der fahrbare Untersatz. Die Tankanzeige befindet sich haarscharf vorm roten Bereich. Aber jetzt noch tanken? Keine Zeit…und keine Lust! Wird schon reichen, wenn man abends auf dem Rückweg tankt. 

Hat man dann den Arbeitsweg bewältigt (bei jedem Anzeichen von Stau wanderte natürlich ein banger Blick zur Tankanzeige), geht der “Spaß” im Büro weiter. Viele komplexe Aufgaben warten. “Ach, das mache ich später, wenn ich mich fitter fühle”, denkt sich unser innerer Grottenolm. Mit unterschwellig schlechtem Gewissen wird sich einfacheren Aufgaben gewidmet. Aus dem Augenwinkel nimmt man bedrohliche Aktenberge wahr, die höher und höher werden. Eigentlich weiß man genau, dass man sich zuerst den komplexen und dann den leichten Aufgaben widmen müsste. Aber irgendwie ist da eine Hemmschwelle. “Morgen”, denkt sich der Grottenolm, “morgen überwinde ich die Hemmschwelle!”

So verabschiedet man sich abends von den Aktenbergen und denkt mit Bauchweh daran, dass sie geduldig bis zum nächsten Tag auf dem Schreibtisch warten werden.

Endlich sitzt man wieder im Auto und darf nach Hause fahren. Aber halt! Da war ja noch was: richtig, der leere Tank! Mittlerweile fährt man natürlich auf Reserve und schwitzt im zähen Feierabendverkehr Blut. “Hätte ich doch heute Morgen schon getankt!” jault der Grottenolm. Jetzt rächt sich die Trägheit. Mit dem letzten Tropfen Kraftstoff rettet man sich auf die nächstbeste Tankstelle. Schnell an die Zapfsäule, Motor aus, Tankdeckel auf, Benzinschlauch rein, Tankdeckel zu. Bezahlen, wieder rein ins Auto, Motor wieder an. War das so schwer? Nein! Ein Klacks! Hätte man auch am Morgen noch geschafft. Warum steht man sich nur so im Weg? Keine Ahnung! Der Grottenolm zuckt mit den Schultern. Haben Grottenolme Schultern? Egal. 

Zu Hause angekommen, knurrt der Magen. Jetzt noch was “Richtiges” kochen? Ach nee…das ist so mühselig. Also muss eine Tiefkühlpizza herhalten. Schmeckt ja auch mal ganz gut. Gesund ist das natürlich nicht…das weiß auch der innere Grottenolm und so fühlt man sich nach dem Abendessen auch schon wieder schlecht. Vielleicht noch schnell nen Apfel schälen? Och nööö, jetzt nicht mehr. Lieber erst die Küche aufräumen. Obwohl…das kann auch bis morgen warten. Lieber ab auf die Couch. Eigentlich müsste auch die Wohnung mal wieder aufgeräumt werden. Aber das kann man ja am Wochenende machen. So sitzt man auf der Couch und versucht Unordnung und Staubflusen zu ignorieren. Das geht gut, wenn man eine Serie schaut. Oder mal wieder die alten Spanischvokabeln auffrischt, was man ja schon lange mal in Angriff nehmen wollte. Ach nein. Der Grottenolm ist müde und möchte lieber noch eine Folge seiner Lieblingsserie gucken. Und noch eine. Und noch eine. Schlapp und träge hängt man auf der Couch. Ist das gemütlich! Ok, so gemütlich vielleicht nicht. Eigentlich würde man gerne etwas anderes tun. Aber sie ist wieder da – die Hemmschwelle. Ein guter Grottenolm springt nur so hoch wie er muss…und wird sie so wohl nie überwinden…

Lange Rede, kurzer Sinn: es ist nicht schön, wenn man sich im Alltag im Hamsterrad gefangen fühlt. Noch viel weniger schön ist es allerdings, wenn in dem Rad irgendwann kein Hamster mehr läuft, sondern ein Grottenolm….Grottenolme sind nämlich nicht für ein Leben außerhalb ihrer Höhlengewässer geschaffen. Wir Menschen hingegen schon. Also benötigt der innere Grottenolm einen ordentlichen Tritt in den Hintern (ich weiß nicht, ob er wirklich einen hat, aber es soll ja nur ein Sinnbild sein).

Ein wenig mehr Selbstdisziplin an der richtigen Stelle wirkt für unser Wohlbefinden wirklich Wunder. Die innere Stimme sagt uns eigentlich ganz deutlich, wann und wo sie angebracht ist: immer dann, wenn sich ein unterschwellig unangenehmes Gefühl einschleicht und man das Herumgammeln und Faulenzen gar nicht richtig genießen kann. Wenn das schlechte Gewissen an uns nagt und wir eigentlich genau wissen, was wir tun sollten, statt unmotiviert auf der Couch zu liegen…

Das gilt natürlich nicht für Menschen, die krankheitsbedingt an Antriebslosigkeit leiden. Aber jeder, der so wie ich hin und wieder mal in einer solchen Phase steckt, kann sich daraus gut befreien, indem er den inneren Grottenolm mal wieder auf Vordermann bringt. Also gilt zukünftig wieder: Zähne zusammenbeißen und raus aus dem Bett, wenn der Wecker klingelt. Gar nicht groß darüber nachdenken, einfach aufstehen. Und plötzlich hat man wieder mehr Zeit im Bad, die Frisur gelingt, man kann in Ruhe ein Müsli essen und nen Kaffee trinken,fühlt sich nicht mehr ganz so “olmig”, startet im Büro mit den schwierigen Aufgaben, hat am Endes des Arbeitstages nen leeren Schreibtisch und findet nach Feierabend sogar noch ein restliches Fünkchen Elan zur Zubereitung einer schnellen Gemüselasagne (die dann noch für den Folgetag reicht), schlägt für ein halbes Stündchen das Vokabelheft auf, legt sich vielleicht sogar schon das Outfit für den nächsten Tag heraus und kommt auch beim nächsten Weckerklingeln wieder halbwegs motiviert aus dem gemütlichen Bettchen 🙂 

Denn mal ehrlich: 

Fühlt man sich gut, wenn man den Wecker morgens ignoriert? Nein!

Fühlt man sich gut, wenn man zum dritten Mal hintereinander auf der Couch bleibt, statt zum Sport zu gehen? Nein!

Fühlt man sich gut, wenn man im Büro Dinge vor sich herschiebt? Nein!

Wie fühlt man sich stattdessen? Irgendwie olmig, oder?

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Fröhliche Weihnachten!

Heute ist der zweite Weihnachtstag – somit ist die Weihnachtszeit schon fast wieder zu Ende. Als Kind habe ich mich über jedes geöffnete Türchen am Adventskalender gefreut, welches mich dem Heiligen Abend (und somit natürlich auch den Geschenken) näher brachte. Mittlerweile macht mich jedes geöffnete Türchen ein bisschen wehmütig, denn die Vorweihnachtszeit ist meiner Meinung nach viel zu kurz! Ich liebe Weihnachtslieder, Weihnachtsbücher, Weihnachtsmärkte, Weihnachtsbacken, Weihnachtsbeleuchtung, Weihnachtsbäume, Weihnachtsfilme und alles, was mich sonst noch in Weihnachtsstimmung versetzt. Passenderweise gab es in der WAP (das ist ein Anzeigenblättchen hier bei uns im Ennepe-Ruhr-Kreis) dieses Jahr die Aktion „Weihnachtsstimmung“. Leser durften hierzu Fotos, Gedichte, Geschichten oder Leserbriefe einreichen. Genau mein Ding, dachte ich mir und habe mich mit einem Gedicht beteiligt. Da ich als Kind in der Weihnachtszeit am liebsten solche Weihnachtsbücher mochte, die von Zwergen und Wichtelmännchen handelten, habe ich für die Aktion der WAP ein Gedicht für Kinder geschrieben, das davon handelt, wie die Zwerge in unserer Kluterthöhle in Ennepetal ihr Weihnachtsfest feiern. Dass es tatsächlich veröffentlicht wurde, war ein tolles Weihnachtsgeschenk für mich!

Mit dem Gedicht möchte ich allen, die sich auf meinen kleinen Blog verirren, schnell noch schöne Weihnachten wünschen!

Weihnachten bei den Klutert-Zwergen

In einer wohlbekannten Höhle,
gut verborgen tief im Berge,
wohnen sie – die Klutert-Zwerge!
Fünfzehn sind es an der Zahl:
Eltern, Kinder, Opa Karl.

Zipfelmützen auf den Köpfen,
Mäntelchen mit bunten Knöpfen,
Stiefel an den kleinen Füßen,
woll´n sie Gäste heut begrüßen!

Am Weihnachtstag, so ist es Brauch,
kommt Besuch aus Baum und Strauch:
Maus und Igel sind geladen,
Meisen, Elstern und Zikaden,
Regenwürmer, Nutria,
und der Fuchs ist auch schon da!

Plätzchenduft zieht durch die Gänge,
Kekse gibt´s ne ganze Menge!
Die Zwergenschar hat viel gebacken,
das Eichhorn half beim Nüsse knacken.

Ein Weihnachtsbäumchen wurd´ geschmückt,
die Zwergenkinder sind entzückt.
Eierpunsch wird ausgeteilt
Opa Karl kommt angeeilt.
Lieder werden auch gesungen,
so schön hat´s lang hier nicht geklungen.

Plötzlich klingelt fein ein Glöckchen,
das Christkind kam auf leisen Söckchen!
Geschenke hat´s für Zwerg und Tier,
es raschelt jetzt Geschenkpapier…
Alle packen Päckchen aus,
auch Igel, Meise, Fuchs und Maus.

Es freut sich Zwergen-Opa Karl
über einen warmen Schal.
Das kleinste Zwerglein lacht versonnen,
es hat ein Puppenkind bekommen.
Zwergenmama Henriette freut sich über eine Kette.
Und der Zwergenpapa Klaus,
packt fröhlich ein Paar Socken aus.

Ach, das war ein schönes Fest!
Die Gäste geh´n nun Heim ins Nest.
Auch die Zwerge – jede Wette – liegen bald im warmen Bette.

Es freut sich auf das nächste Jahr,
die ganze Klutert-Zwergenschar!

Und ich freue mich auch auf´s nächste Jahr! Nach Weihnachten ist vor Weihnachten… 🙂

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Die Sache mit dem Muttermal…

Puh, der letzte Eintrag auf meinem Blog ist nun schon eine ganze Weile her. Warum ich so lange nichts mehr geschrieben habe? Ganz einfach: ich musste mir eingestehen, dass ich beim Thema „positives Denken“ wirklich noch ein blutiger Anfänger bin… Aber der Reihe nach:

Irgendwann letztes Jahr im Winter zeigte sich auf meiner linken Handinnenfläche – ungefähr dort, wo der Daumenmuskel ansetzt – ein winzig kleines Muttermal. Leider blieb es nicht so winzig klein, sondern wuchs innerhalb weniger Monate auf eine Größe von knapp 3 mm. Das klingt jetzt nicht so furchtbar groß, doch es reichte aus, um meinen Mann zu dem Ausruf „Was hast du denn da Komisches? Das hab ich bei dir ja noch nie gesehen! Geh mal lieber zum Arzt damit“ zu veranlassen. Wer meinen Mann kennt, der weiß, dass er richtig viele Muttermale hat. In allen Größen, Formen und Farbschattierungen. Manche liegen über der Haut, manche liegen darunter, manche haben lustige Haare, manche sind hellbraun, manche sind tiefschwarz. Mehr oder weniger regelmäßig lässt er alle beim Hautarzt checken. Es kam auch schon vor, dass der Hautarzt vorsorglich das eine oder andere Muttermal entfernt hat – glücklicherweise immer mit negativem Befund. Mein Mann blieb während diesen Prozeduren immer völlig tiefenentspannt, weshalb mich seine Reaktion auf mein mir bis dahin völlig unspektakulär erscheinendes kleines Minimuttermal doch ein wenig erschreckt hat. Da wir zu dem Zeitpunkt noch mitten in unseren Hochzeitsvorbereitungen steckten, entschied ich, das Muttermal einfach ganz in Ruhe nach der Hochzeit begutachten zu lassen. Bei jedem Blick auf meine Hand erschien es mir immer suspekter und es kam mir von Tag zu Tag dunkler, größer und unförmiger vor. So war ich froh, als ich Ende Juni endlich den Weg in meine Hautarztpraxis gefunden hatte. Im Gespräch mit der netten Dame am Empfang entschied ich mich, einen Termin für ein komplettes Hautkrebsscreening zu vereinbaren, statt nur das einzelne Muttermal überprüfen zu lassen. Leider war erst für den 16. Juli wieder ein Termin zu haben und ich wartete voller Ungeduld auf die Untersuchung. Dann war es endlich so weit. Als die Ärztin mich zu Beginn der Untersuchung fragte, ob mir irgendetwas Ungewöhnliches aufgefallen sei, dachte ich mir (warum auch immer), es sei vielleicht schlau, sie nicht direkt mit der Nase auf den Grund meines Besuchs zu stoßen. Irgendwie wollte ich nicht von mir aus den Anstoß geben, das Muttermal herausschneiden zu lassen. Bescheuert, ich weiß. So wurden also erst sämtliche Körperteile untersucht und die Muttermale dort für harmlos befunden, bis es hieß „Jetzt zeigen Sie mir bitte Ihre Handinnenflächen!“ Und es kam, wie es kommen musste…die Ärztin schaute erst recht lange mit dem bloßen Auge auf das neue Muttermal und fragte dann mit besorgtem Blick: „Das hier verändert sich aber nicht, oder?“ Als ich ihr erklärte, dass ich nicht weiß, ob „verändern“ hier das richtige Wort ist, weil das Mal schließlich neu sei, zückte sie ihr Dermatoskop und begutachtete es hiermit erneut skeptisch. Mit seltsamem Gesichtsausdruck meinte sie dann, dass ihr die Struktur und auch die Farbgebung nicht ganz geheuer seien und sie mir empfehlen würde, es entfernen zu lassen. Es wurde direkt ein OP-Termin für den 21. August vereinbart. Da ich ja schon damit gerechnet hatte, dachte ich mir nur „Ok, dann wird es halt entfernt. Ist ja eh alles in Ordnung.“ Bisher war dies zumindest bei sämtlichen Leuten in meinem näheren Umfeld der Fall. Ich hörte ständig von vorsorglich entfernten Muttermalen, von denen sich jedes einzelne als gutartig herausstellte. So doch dann sicher auch bei mir. Oder? ODER? ODER???

Mit genau dieser Frage im Kopf fand ich dumme Nuss mich natürlich wenig später in der Sprechstunde von Dr. Google wieder. Eigentlich wollte ich mich durch eine schnelle Recherche zwischendurch nur beruhigen. Ich war felsenfest davon überzeugt, bestimmt irgendwo etwas lesen zu können wie „neu aufgetretene Muttermale auf der Handinnenfläche sind nie bösartig und werden nur von geldgierigen Ärzten unter fadenscheinigen Vorwänden herausgeschnitten“. Aber falsch gedacht: GERADE neu entstandene Muttermale auf der Handinnenfläche oder der Fußsohle sind in der Regel bösartig und haben eine schlechte Prognose. Na toll. Auch die neben den entsprechenden Artikeln abgebildeten Muttermale sahen meinem leider sehr, sehr ähnlich. Und schon hatte ich mich so richtig in die Sache hineingesteigert. Ich verbrachte bis zum 21.8. sehr viel meiner spärlichen Freizeit in der Praxis Dr. Google und klickte mich von panischem Herzklopfen begleitet durch sämtliche Internetseiten, schaute Videos zu dem Thema auf YouTube an und beäugte fast minütlich das Muttermal. Um es noch besser vergrößern zu können, nahm ich eine Lupe zu Hilfe und machte mit dem Handy natürlich diverse Fotos. Mittlerweile weiß ich, dass Muttermale auf Englisch „moles“ heißen und auf Spanisch „lunares“. Muttermale an den Händen sind dementsprechend „lunares de los manos“. Ich finde, das sagt ganz schön viel über meinen Zustand in den Wochen bis zur OP und mein ungesundes Rechercheverhalten aus… Ich stand ordentlich neben mir. Ich hatte das Gefühl, erst wieder so richtig am Leben teilnehmen zu können, wenn ich weiß, was mit dem Muttermal ist. Wenn ich die Zeilen so lese, die ich hier gerade verfasse, klingt das in meinen Ohren ganz schön übertrieben…aber was soll ich sagen…so war es leider!

Auf den OP-Termin habe ich mich regelrecht gefreut. Ich wollte endlich das Muttermal los sein und endlich wissen, was Sache ist. Die OP war wirklich ein Klacks. Es gab ein paar kleine Betäubungsspritzen in die Hand, die ein bisschen gebrannt haben, das Muttermal wurde (völlig schmerzlos) ausgestanzt, dann wurde die Wunde genäht, es gab ein Pflaster und nen Termin zum Fäden ziehen. Die Wunde heilte wirklich sehr gut ab und am 21.08. sagte mir die Sprechstundenhilfe ganz beiläufig nach dem Ziehen der Fäden (was ca. 2 Sekunden dauerte):„Wir haben jetzt auch Ihren Befund, da war alles in Ordnung.“

Und das war meine Welt dann auch: wieder in Ordnung! ☺

Diese Geschichte hat mir vor Augen geführt, dass ich noch viiiiiel lernen muss, wenn ich zukünftig positiver denken möchte. Wochenlang habe ich mich in etwas hineingesteigert, auf das ich überhaupt keinen Einfluss hatte. Meine „tollen“ Recherchen und das Nachdenken über ungelegte Eier haben mich kein Stück weitergebracht. Eher im Gegenteil. Ich fühlte mich wie ausgebremst und mein Leben stand mehr oder weniger still. Jeder negative Gedanke zog noch mehr schlechte Gefühle und Ängste nach sich. Öffnete ich YouTube, wurden mir direkt Dokus über tödliche Krankheiten vorgeschlagen. Ein gutes Beispiel für das Gesetz der Anziehung und dafür, dass man unter Umständen auch noch mehr von dem anzieht, was man NICHT will, wenn man sich permanent damit beschäftigt… Ich hätte wirklich viel mehr davon gehabt, mich in den Wochen vor der OP mit schönen Dingen abzulenken und an alles Mögliche zu denken, außer an Muttermale! Mal ernsthaft: auch für den Fall, dass das Muttermal bösartig gewesen wäre, wäre es doch viel besser gewesen, die Wochen bis zur Diagnose mit schönen Dingen zu verbringen?

Letzten Endes kann ich glücklich sein, dass ich von der ganzen Sache nicht mehr davongetragen habe, als eine winzig kleine Narbe. Diese Narbe soll mich in Zukunft immer daran erinnern, den Fokus auf das Schöne im Leben zu richten und mich nicht wieder so übertrieben in eine blöde Sache hineinzusteigern.. Da trifft es sich doch ganz gut, dass sie sich an der Hand befindet und ich sie immer gut im Blick behalten kann, oder?

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Alle Zeit der Welt :)

Nachdem es in meinem letzten Artikel ja schon rudimentär um das Gesetz der Anziehung ging, habe ich in den vergangenen Tagen mal versucht, ein bisschen was davon in meinem Alltag anzuwenden. Die Vorstellung, durch positive Gedanken auch mehr und mehr positive Dinge und Erlebnisse in mein Leben ziehen zu können, finde ich ziemlich cool. Klar, das Gesetz der Anziehung soll auch bewirken können, durch die Macht der Gedanken über Nacht Millionär zu werden – aber daran kann ich, wenn ich ehrlich bin, (noch?) nicht so recht glauben. 

Natürlich hätte ich nichts gegen einen solchen Geldsegen, aber aktuell würde mir ein bisschen mehr Freizeit schon ausreichen. Tatsächlich ertappe ich mich nämlich oft dabei, dass ich total verlernt habe einfach „im Moment“ zu leben. Habe ich es nach Feierabend mal geschafft, mich mit einem Buch auf die Gartenliege zu legen um zu lesen, kann ich der Handlung meist gar nicht folgen, da meine innere Stimme mir schon zuflüstert, dass ich um 20 Uhr die Wäsche aus dem Trockner holen, falten und wegsortieren muss, dass ich noch die Spülmaschine ein- und ausräumen muss, dass ich um 21 Uhr noch duschen, Haare waschen und Haare föhnen muss und dass ich auch noch ein paar E-Mails beantworten sollte. Statt einfach mal abzuschalten und mein Buch zu lesen, bemitleide ich mich dann gerne selber und ärgere mich darüber, dass meine Freizeit mit lästigen Pflichten ausgefüllt ist und mir keine Zeit für meine Hobbys bleibt. Ich steigere mich so lange in diese negativen Gedanken hinein, bis es wirklich 20 Uhr ist und der Trockner piept. Es wird genervt die Wäsche ausgeräumt, gefaltet und wegsortiert – genau die Teile, die ich am nächsten Tag brauche, sind extrem zerknittert und müssen auch noch gebügelt werden. Das ärgert mich maßlos, denn mein ganzer Zeitplan verschiebt sich so nach hinten. Beim anschließenden Duschen ist plötzlich kein warmes Wasser mehr da und es dauert ewig, bis ich die Haarspülung auswaschen kann. „Das geht alles von deiner Freizeit ab!“ ruft meine innere Stimme.  Wen wundert es noch, dass der Föhn beim Haare trocknen überhitzt und ich warten muss, bis er sich abgekühlt hat?! Komme ich dann endlich aus dem Bad und schaue auf die Uhr, zeigt diese 22.15 Uhr an. Und meine innere Stimme ruft: „Oh nein, schon fast 23 Uhr!“

Und hier könnte tatsächlich das Gesetz der Anziehung ins Spiel kommen. Meine Gedanken kreisen permanent darum, dass ich zu wenig Freizeit habe und ich mich gestresst fühle. Dementsprechend ziehe ich vielleicht wirklich Situationen und Umstände an, die mir noch mehr Zeit klauen?! Und undankbar bin ich auch, wenn man es mal genau betrachtet. Statt mich zu freuen, dass ich eine Arbeitsstelle habe, bin ich genervt davon, spät nach Hause zu kommen. Ich bin genervt von der Wäsche, die ich aus dem Trockner holen muss, statt mich zu freuen, dass ich überhaupt einen besitze. Ich finde es total untragbar, dass plötzlich kaltes Wasser aus der Dusche fließt, statt glücklich zu sein, dass wir sauberes Trinkwasser haben, dass sogar ganz bequem aus der Leitung kommt. 

Was, wenn ich einfach mal meine Denkweise ändere? Im Umkehrschluss zu den „magnetisch angezogenen“ Zeitdieben, müsste doch der Gedanke „Ich habe alle Zeit der Welt“ bewirken, dass ich mehr Freizeit habe und nicht mehr gestresst durch den Tag hetzen muss? Und wenn Dankbarkeit noch mehr Dinge anzieht, über die ich mich freuen kann, wäre das doch einfach mal nen Versuch wert! Es kostet keinen zeitlichen oder materiellen Aufwand, sondern nur mentalen. Schlechte Gedanken ziehen schlechte Dinge an. Also muss ich versuchen, schlechte Gedanken und negative Grübeleien zu vermeiden.

Hier kann ich schon mal sagen, dass ich schlafe wie ein Stein, seit ich mir abends verbiete, über negative Dinge zu grübeln. Ich zwinge mich, mir zu sagen, dass der kommende Tag richtig schön wird, dass der Arbeitstag total entspannt wird und rufe mir alle möglichen Dinge ins Gedächtnis, über die ich mich freuen kann und für die ich dankbar sein darf. Und das ist ne ganze Menge! Wie cool ist es schon allein, ein Dach über dem Kopf zu haben und in einem bequemen, eigenen Bett zu liegen? Das alles ist nicht selbstverständlich und es lohnt sich wirklich, sich mal bewusst zu machen, wie reich man durch solch vermeintlich banale Dinge beschenkt ist! 

Und was abends beim Einschlafen hilft, hilft auch morgens beim Aufstehen! Normalerweise bin ich total genervt, wenn ich nur schon das Geräusch meines Weckers höre. Statt dann direkt mit der inneren Stimme die To-Do-Liste durchzugehen und zu überlegen, was alles „Katastrophenpotential“ für unangenehme Situationen birgt, habe ich mich darauf konzentriert, wofür ich dankbar sein kann: es ist nicht selbstverständlich, gesund und munter im eigenen Bett aufzuwachen und eigenständig ins Bad gehen um sich für den Tag fertig machen zu können. Klingt blöd, ist aber so! Allein das ist doch schon ein Grund zur Freude. Genau wie das fließende Wasser aus dem Hahn, das Frühstück, und und und. Ich könnte die Liste jetzt noch endlos ausweiten, aber jeder weiß sicher, auf was ich hier hinauswill. Dankbarkeit steigert wirklich die Laune am Morgen! Und statt permanent auf die Uhr zu gucken und zu denken „Mist, ich habe keine Zeit!“ Habe ich mir bewusst gemacht, dass die Straßen aufgrund der Sommerferien viel freier sind und ich auch ruhig ein paar Minuten später losfahren kann. Also habe ich mich ganz in Ruhe fertig gemacht, mir noch eine Banane in mein Müsli geschnitten, beim Essen noch ein YouTube Video angeschaut und meinen Kaffee am geöffneten Fenster getrunken. Dabei habe ich wie eine alte Omi die Leute an der Tankstelle gegenüber beobachtet und mich gefreut, als ich eine Spaziergängerin gesehen habe, die zwei total niedliche lockige Mischlingshunde Gassi führte. Immer wieder dachte ich mir dabei: „Ich habe alle Zeit der Welt!“

Schlussendlich bin ich 15 Minuten später losgefahren als sonst. Auf der Fahrt habe ich mir an der Baustellenampel und hinter dem 30 km/h fahrenden Traktor weiterhin gedacht, dass ich alle Zeit der Welt habe. Außerdem habe ich mich darüber gefreut, dass ich mit meinem eigenen Auto zur Arbeit fahren darf und nicht auf Bus und Bahn angewiesen bin. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln hätte ich nämlich eine halbe Weltreise vor mir. Außerdem freue ich mich, dass ich eine Strecke fahren darf, die landschaftlich ziemlich schön ist: Ich komme an Kuhweiden, Korn- und Sonnenblumenfeldern und hübschen Häusern vorbei. Den Blick auf die Uhr vermeide ich bewusst.

Und das Lustige: als ich mich beim Befahren des Parkstreifens vorm Büro wieder traue, die Uhrzeit zu lesen, ist es tatsächlich 7.45 Uhr – ich bin um dieselbe Zeit angekommen, wie sonst auch!

Tatsächlich kam ich nicht genervt im Büro an, sondern gut gelaunt – fest entschlossen, mich auch hier nicht von Aktenstapeln, unvorhergesehenen Telefonaten (die meist auch ein unvorhergesehenes Mehr an Arbeit bedeuten) und anderen Vorkommnissen aus der Ruhe bringen zu lassen. Nach der ersten Tasse Kaffee habe ich alle anstehenden Aufgaben in wichtig und unwichtig unterteilt, mich voller Motivation auf die wichtigen Aufgaben gestürzt und mir immer wieder mein Mantra aufgesagt: „Ich habe alle Zeit der Welt!“ Ohne ständige bange Blicke auf die Uhr ging mir die Arbeit viel besser von der Hand und ich habe auch alle eiligen Aufgaben ohne Zeitdruck erledigen können. Und die Krönung: Um 12.30 Uhr gab es Hitzefrei vom Chef und ich hatte am Nachmittag tatsächlich alle Zeit der Welt! 

Und diese Zeit habe ich dann auch wirklich lesend im Garten auf der Liege verbracht. War das schön! Man könnte wirklich denken, ich hätte mehr freie Zeit „angezogen“! Total witzig! Zwar kann ich das nicht ganz glauben und meine innere Stimme wirft immer wieder hüstelnd das Wort „Aluhut“ ein, aber trotzdem…ein Anfang war das doch schon! 

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Good vibes only! :)

Nach der Skateboard-Aktion von gestern, bin ich heute Morgen mit einem ordentlichen Muskelkater in den Beinen aufgestanden. Als ich mich verschlafen ins Bad gekämpft und mit dem Zähneputzen angefangen habe, stellte ich fest, dass meine innere Stimme sang! Zwar war es ein seltsames Medley aus „Skaterboy“ von Avril Lavigne und „Lords of the Boards“ von den Guano Apes (und meine innere Stimme war dabei weder besonders textsicher noch sonderlich melodisch), ABER sie sang tatsächlich! Sonst meckert sie morgens im Bad nämlich in einer Tour. Über das frühe Aufstehen, meine Augenringe, meine Frisur oder Staub auf dem Waschbeckenrand, Kalkflecken auf den Armaturen, und und und. Da fällt ihr auch am frühen Morgen schon einiges ein. Dementsprechend bescheiden ist morgens meist auch meine Laune. Ist meine innere Stimme jedoch gut drauf, bin ich es automatisch auch.

An diesem Punkt dachte ich nach längerer Zeit mal wieder an das Gesetz der Anziehung. Hiermit hatte ich mich ein wenig beschäftigt, nachdem mir meine Schwiegermutti begeistert von Rhonda Byrnes Buch „The Secret“ berichtete und es mir wärmstens ans Herz legte. Rhonda Byrne erläutert hierin die Wirkungsweise dieses „Gesetzes“, lässt einige „Experten“ auf dem Gebiet zu Wort kommen und hat außerdem einige Erfahrungsberichte von „Anwendern“ eingebunden. Ich setze diese Begriffe bewusst in Anführungszeichen, denn so ganz geheuer war mir die Sache beim Lesen zunächst nicht, denn es ist kein „offizielles“ Naturgesetz, das man im Schulunterricht im Physikbuch wiederfinden würde. Alles irgendwie sehr esoterisch und meine innere Stimme fragte mich während des Lesens immer wieder mal, ob ich ab jetzt auch Aluhüte tragen möchte, um mich vor kosmischen Strahlungen zu schützen.

Laienhaft von mir zusammengefasst besagt das Gesetz der Anziehung, dass Gleiches eben Gleiches anzieht. Denkt man also negativ, zieht man negative Dinge an. Denkt man über die Dinge nach, die man NICHT mag und die man NICHT will, zieht man genau diese Dinge in sein Leben. Denkt man hingegen positiv und konzentriert sich auf Dinge, die einem Freude machen und die man liebt, bekommt man auch hiervon immer mehr. Eine wichtige Rolle spielt auch die aufrichtige, gefühlte Dankbarkeit und das Bewusstsein dafür, dass nichts das man hat selbstverständlich ist.

Man mag davon nun halten was man will, aber wenn ich so überlege, könnte tatsächlich etwas Wahres dran sein. Irgendwann habe ich ein Gedankenmuster entwickelt, das sich mehr auf die negativen Dinge konzentriert als darauf, was in meinem Leben alles Tolles passiert. Ich kann mich richtig in negative Grübeleien hineinsteigern und ganze Nächte damit verbringen, anstatt zu schlafen, irgendwelche Horrorszenarien zu kreieren, oder mich über (t0tal unwichtige) Dinge aus der Vergangenheit zu ärgern. Oder ich ärgere mich schon „vorgreifend“ über eine Sache X, die Person Y am nächsten Tag in Situation Z tun oder sagen könnte. Dass Situation Z niemals eintreten wird, brauche ich sicher nicht zu erwähnen. Am nächsten Tag bin ich dann unausgeschlafen, übellaunig und finde noch mehr Dinge, über die ich mich ärgern kann, vor denen ich Angst haben muss und über die ich mir in der folgenden Nacht weitere haarsträubende Szenarien ausdenken kann.

Wer also das Gesetz der Anziehung für sich nutzen will, muss positive Gedanken haben und versuchen, mehr oder weniger ständig von Dankbarkeit und Freude erfüllt zu sein. Dann bekommt man, wie durch einen großen Magneten angezogen, immer mehr Dinge, für die man dankbar sein kann und über die man sich freut. Alles im Universum hat eine bestimmte Frequenz. Man zieht so gesehen immer das an, was dieselbe Frequenz ausstrahlt, wie man selbst. Man muss sich also Dinge suchen, die einem Spaß machen und an denen man sich erfreuen kann. Alles Negative soll man zwar zur Kenntnis nehmen, sich jedoch davon abwenden, ohne ihm zu viel Aufmerksamkeit zu schenken. Das ist jetzt natürlich nur meine kurze, knappe Zusammenfassung. So in etwa habe ich die Sache mit dem Gesetz der Anziehung verstanden und mir zwischenzeitlich auch ein paar YouTube-Videos dazu angeschaut. Eine YouTuberin aus England sagte den schönen Satz „You have to raise your vibration!“

Ich sag mal so…ausprobieren kostet ja nix! Also heißt es ab jetzt: „High vibes only!“ 😀

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Tag 1: Raus aus dem Rad, ab auf´s Board :D

Heute war also Tag 1 meines Selbstversuchs und ich bin echt überrascht, dass wir gerade 22 Uhr haben und ich tatsächlich noch voller Elan an einem Blog-Artikel schreibe…Normalerweise gammle ich an einem Montagabend um diese Zeit auf der Couch herum und bin schon mehr oder weniger im Schlafmodus. Heute freue ich mich wie ein Schnitzel, dass ich es tatsächlich durchgezogen habe: ich habe das alte Skateboard meines Mannes (ich selbst hatte als Kind eine typische Supermarktversion, er hingegen ein richtig cooles profimäßiges mit Carhartt-Aufklebern auf der Unterseite, das seit Jahren ein trauriges Dasein als „Dekoartikel“ in unserem Wohnzimmer fristete) in den Kofferraum geladen und bin nach Feierabend eine Runde damit gefahren.

Aber der Reihe nach. Mein Tag startete eigentlich wie immer mit der obligatorischen Montags-Minus-Motivation. Doch war da auch noch etwas anderes: ein kleiner Funken Vorfreude darauf, nach Feierabend mal wieder etwas Neues auszuprobieren. Die Frage „Was ziehe ich heute an?“ war noch schwieriger zu beantworten als sonst, denn es sollte ja ein Outfit sein, mit dem ich den Tag im Büro überstehen konnte, ohne seltsam aufzufallen und gleichzeitig sollte es sporttauglich sein. Darauf, abends im Büro auf der Toilette schnell in Sportsachen zu hüpfen, hatte ich wenig Lust. Also entschied ich mich für eine Jeans mit ganz viel Stretchanteil und ein Poloshirt mit Strickjacke. Damit müsste ich mich eigentlich halbwegs gut bewegen können und auch im Büro ganz ok aussehen.

Auf der Fahrt zur Arbeit überlegte ich schon einmal, wo ich überhaupt meine ersten Runden auf dem Brett drehen könnte, ohne mich dabei bis auf die Knochen zu blamieren. Am besten ein Ort mit wenig Publikumsverkehr. Auf gar keinen Fall ein Skaterpark, wo ich mich direkt vor einem Haufen Jugendlicher zum Vollhorst machen würde. Dann kam mir eine Idee. Es gibt auf halber Strecke zwischen meinem Büro und unserer Wohnung eine Berufsschule mit gut asphaltierten Spazierwegen und einem Sportplatz auf dem Gelände, wo jetzt in den Sommerferien sehr wenig los ist und höchstens mal ein paar Eltern mit ihren Kinder Fahrradfahren üben. Perfekt für mein Vorhaben! Was noch perfekt war: mein Gehirn war während der Autofahrt mal mit anderen Dingen beschäftigt, als sich über andere Verkehrsteilnehmer zu ärgern und in Abständen die Uhrzeit zu checken. Und meine innere Stimme kam gar nicht erst dazu, darüber zu lamentieren, wie ungerecht es doch ist, dass momentan sämtliche Leute im Urlaub sind und die Ferien genießen, während ich dumme Nuss zur Arbeit gurke. Meine innere Stimme hält mir auf dem Weg zur Arbeit sehr gerne Vorträge. Sie handeln wahlweise von Dingen, die ihrer Meinung nach im Büro schiefgehen könnten, von Dingen, über die ich mich im Büro vielleicht ärgern könnte oder auch von Dingen, über die ich mich in der Vergangenheit im Büro geärgert habe. Heute hielt sie tatsächlich mal die Klappe. Das war schön!

Der Tag im Büro verging dann auch recht angenehm. Zwischendurch sah ich mich vor meinem geistigen Auge schon elfengleich auf dem Skatebord über den Asphalt gleiten. Na ja, nicht ganz. Aber es war tatsächlich unterschwellig immer ein Art Vorfreude auf den Feierabend vorhanden.

Und dann kam die 16-Uhr-Müdigkeit. „Willst du gleich echt noch Skateboard fahren? Das ist doch viel zu anstrengend nach der Arbeit. Ruh dich lieber mal aus!“ nölte meine innere Stimme. Aber ich habe nicht nachgegeben und bin tatsächlich nach Büroschluss noch auf das Berufsschul-Gelände gefahren. Der kleine Parkplatz auf dem ich mein Auto abstellte, war jedoch leider nicht leer. Es standen ein paar Spaziergänger neben ihren Autos und unterhielten sich. Ich wartete ungeduldig darauf, dass sie endlich in ihre Autos stiegen und wegfuhren. Aber sie redeten einfach weiter aufeinander ein und blieben dort stehen, wo sie waren. Was würden die wohl denken, wenn ich gleich mein Skateboard aus dem Kofferraum holen und meine Knieschoner anziehen würde? Wie unangenehm! Aber egal, da musste ich jetzt durch. Andere Leute fragen auch nicht danach, was ich von ihren Trekkingsandalen halte und wie ich zu Nordic Walking stehe. Also raus aus dem Auto, Schoner angelegt und mit dem Skateboard unter dem Arm eine günstige Stelle zum Üben gesucht. Die Spaziergänger grüßten übrigens freundlich und schienen keinen Anstoß daran zu nehmen, dass da jemand im typischen Sekretärinnenoutfit bestehend aus rosafarbenem Poloshirt mit passender Strickjacke, Perlenkette und -Ohrringen sowie seriösem Bürodutt plötzlich zum Skatergirl mutierte. Ich hingegen kam mir so richtig blöd vor und hätte am liebsten laut losgelacht, wie ich da mit dem Skateboard unter dem einen Arm und meiner Handtasche unter dem anderen Arm durch die Gegend dackelte. Dann hatte ich eine passende Übungsstrecke gefunden. Ein gerades Stück Asphalt mit einer Bank zum Ablegen der Handtasche. Und keine anderen Leute in Sicht! Es konnte also los gehen. Und dann stand ich tatsächlich nach über 20 Jahren wieder auf einem Skateboard!!! Zwar noch etwas wackelig und erstaunt darüber, wie sehr sich doch der Körperschwerpunkt verändert hat, aber es war ein tolles Gefühl! Und es war echt beeindruckend zu bemerken, dass das Gehirn über all die Jahre hinweg die nötigen Bewegungsabläufe gespeichert hat. Geradeausfahren ging tatsächlich schon ziemlich schnell wieder ziemlich gut! Lenken und Bremsen waren schon schwieriger, aber mit etwas mehr Übung würde auch das sicher wieder klappen. Und dann kamen Spaziergänger. Oh je..und jetzt? Kurz verspürte ich den Drang, mich auf die Bank zu setzen und ganz wichtig Nachrichten in mein Handy zu tippen, bis sie vorbei waren. Aber nein, ich konnte mich dann doch überwinden, weiter Schwung zu holen und auf dem Board an den Leuten vorbeizufahren. Ha!

Irgendwann machten sich dann aber doch lang nicht mehr benutzte Muskeln bemerkbar und ich war ganz schön kaputt von der ungewohnten Bewegung. Zum Abschluss kam aber noch die Kür: ich bin im Stehen den kleinen Berg zum Parkplatz runtergefahren. Yeah! Zwar hätte mein 12jähriges Ich über diesen kleinen Hügel nur müde lächeln können, aber mein 35jähriges Ich (mit seinen ersten zwei bis drei grauen Haaren) fühlte sich dabei phantastisch! Ich kann echt noch Skateboard fahren! Wie cool ist das bitte?!

Müde aber glücklich kam ich anschließend zu Hause an, bin unter die Dusche gehüpft, habe ein paar Aufbackbrötchen in den Ofen geworfen und sitze nun tatsächlich immer noch am PC. Nicht total genervt und übermüdet, sondern tatsächlich richtig gut gelaunt. Und meine innere Stimme hat mich sogar ein bisschen gelobt, weil ich nicht hingefallen bin…:)

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Back to the roots…

So, da wären wir am Anfang meines Projekts „Hamsterradausstieg“. Es muss sich dringend etwas ändern, so viel ist klar. Ich möchte mich nicht mehr ständig abgehetzt und ausgelaugt fühlen und die Zeit, die mir neben der Arbeit bleibt, besser ausfüllen. Aber womit eigentlich? Klar, da sind einerseits die notwendigen Aufgaben: Duschen/Körperpflege im Allgemeinen, Einkaufen, Essen kochen, Putzen, und was sonst noch so dazu gehört. Eine lange Liste mit Dingen, die sich nicht vermeiden lassen, auch wenn sie nicht unbedingt viel Spaß machen. Und dann sind da noch die Dinge, die Spaß machen. Aber welche sind das in meinem Fall eigentlich? Natürlich verbringe ich gerne Zeit mit meinem Mann, unserer Familie, unserem Freundeskreis und meinen Freundinnen. Ich lese außerdem gerne. Mehr fiel mir so aus dem Stand gar nicht ein. Und das hat mich schon ein wenig entsetzt. Habe ich gar keine richtigen Hobbys mehr?! Wie war das denn früher als Kind? Da hatte ich eine ganze Menge Hobbys. Gelesen und mich mit Freundinnen getroffen habe ich da auch schon. Aber ich habe auch noch Klavier gespielt, viel gemalt, habe mich für Pflanzen und Tiere interessiert, kannte die Namen sämtlicher heimischer Pilze auswendig und habe gerne Geschichten geschrieben. Ich hatte ein Skateboard und war stolz darauf, den kleinen Berg in unserer Straße „im Stehen“ herunterfahren zu können. Auch auf Inlinern haben wir unsere Nachbarschaft unsicher gemacht und hatten nie Langeweile.

Wo ist das alles hin? Irgendwie habe ich all die Dinge, die mir früher Spaß gemacht haben, nach und nach aus den Augen verloren. Es fing während der Schulzeit schleichend an, dann kam die Ausbildung durch die ich in dem Bürojob gelandet bin, den ich auch heute noch ausübe. Mit dem Auszug in die eigene Wohnung kam dann nach Feierabend auch noch der Haushaltskram dazu und zack – weg sind die Hobbys! Wenn ich Feierabend habe und theoretisch ein wenig Zeit hätte, sitze ich oft einfach nur träge auf der Couch und bemitleide mich. Bemitleide mich, weil ich so müde bin, dass ich zu nichts mehr Lust habe. Irgendwo habe ich letztens einen Satz gelesen, der ungefähr so ging:“Man ist nicht müde, weil man zu viel getan hat, sondern weil man zu wenig getan hat, was man liebt.“ Der Satz trifft es ganz genau. Aber was liebe ich denn? Als Kind hätte ich ganz einfach gesagt: „Malen! Skateboard fahren! Geschichten ausdenken!“

Was wäre denn, wenn ich einfach mal auf meine alten Hobbys zurückgreifen würde? „Back to the roots“, sozusagen? Kann ich mit 35 immer noch Skateboard fahren? Macht mir Malen vielleicht auch heute noch Spaß? Auf jeden Fall würden all diese Dinge mal wieder für ein wenig Abwechslung in meinem Alltag sorgen! Wäre es nicht einen Versuch wert, das alte Skateboard, Knie-, Ellenbogen- und Handgelenkschoner in den Kofferraum zu laden und nach Feierabend einfach mal ne Runde damit zu fahren? Ich finde schon! Gleich morgen geht´s los!

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Aller Ausstieg ist schwer…

Nachdem mir auffiel, dass ich schon seit längerer Zeit schlecht gelaunt und gestresst durch die Gegend hetze und jeder Tag von einer unterschwelligen, schwer greifbaren Unzufriedenheit geprägt ist, musste ich mir eingestehen, dass ich mitten drin bin: im Hamsterrad. Wobei der Vergleich mit dem Hamsterrad ja eigentlich hinkt. Denn der Hamster läuft gern in seinem Rad. Es macht ihm Spaß! Durch sein Laufen bewegt er das Rad. Das Rad dreht sich und dreht sich, solange der Hamster Lust am Laufen hat. Springt der Hamster raus, dreht das Rad noch ein paar einsame Runden und steht dann irgendwann still. Ich hingegen habe das Gefühl, dass ich mich in einem Rad befinde, das sich einfach von selbst dreht. Und ich muss laufen und laufen, solange das Rad will. Mal schneller, mal langsamer. Mal so schnell, dass ich kaum mitkomme und alle Kraft ins Laufen stecken muss, um nicht der Länge nach hinzufallen und aus dem Rad geschleudert zu werden. – Ok, so dramatisch ist es nicht, aber manchmal schon nah dran. Daher wird es höchste Zeit, mit einem eleganten Sprung aus dem Rad zu hüpfen! Hamster machen ja schließlich auch noch andere Dinge: fressen, schlafen, buddeln und alles, was im Hamsterbusiness sonst noch „in“ ist.

Aber wie kann ich den Ausstieg aus dem Rad schaffen? Auf der Suche nach einer Antwort auf diese Frage, bin ich auf verschiedenste Dinge gestoßen: Ich habe „The Secret“ von Rhonda Byrne gelesen und mich im Zuge dessen schon ein wenig mit dem Gesetz der Anziehung beschäftigt. Ich habe einige YouTube-Videos geschaut, die davon handeln, wie man durch eine gut geplante Morgenroutine angeblich einen ganzen Tag zum Positiven wandeln kann. In wiederum anderen Videos wurde mir erklärt, wie ich die Kraft der Edelsteine nutzen und mittels Numerologie Botschaften des Universums empfangen kann. „Hilfe, bist du schon so tief gesunken?“, ruft meine innere Stimme dann immer, denn eigentlich tut ein großer Teil von mir alles aus dieser Richtung sofort als esoterische Spinnerei ab. Und wenn ich ganz ehrlich bin, glaube ich auch nicht, dass dort der richtige Weg für mich liegt. Den richtigen Weg für mich sehe ich aber ebenso wenig in den zahlreichen Videos einiger „Hochglanz- YouTuber“, die selbständig arbeiten und sich nach freiem Ermessen Zeit für eine zweistündige Morgenroutine freischaufeln können. Hut ab vor der Arbeit, die sie in solche Videos stecken. Aber wann bitte soll ich denn aufstehen, um eine Stunde zu meditieren, joggen zu gehen, gesund zu frühstücken und mich anschließend so zu stylen, als ginge ich nicht zur Arbeit, sondern auf die Fashionweek?! Nein, das ist nichts für mich. Aber die Sache mit dem Gesetz der Anziehung, das – ganz simpel erklärt – darauf beruht, dass man mit positiven Gedanken alles erreichen kann, was man nur will, klingt ganz verlockend. Und zu verlieren hat man dabei ja im Grunde auch nichts?!

Es muss doch irgendwie möglich sein, ein ganz normales Durchschnittsleben wenigstens ein bisschen spannender, lustiger und ein klein wenig stressfreier zu gestalten, auch wenn man nicht viel Spielraum hat, um die Rahmenbedingungen zu verändern. Denn wenn ich nicht im Lotto gewinne, wird die Arbeit wohl weiterhin einen großen Teil meines Lebens ausmachen und meine Freizeit entsprechend einschränken. Und Arbeitstage laufen nun mal im Großen und Ganzen immer gleich ab. Fast wie bei „Und täglich grüßt das Murmeltier“. Ich mag niedliche Nagetiere sehr gern und wir haben auch schon zwei puschelige Hamster unter unserem Dach beherbergt. Aber trotzdem will ich nicht länger einen Nagetier-Sport betreiben!
Auf diesem Blog möchte ich daher einen kleinen Selbstversuch dokumentieren: Was hilft beim Sprung aus dem Hamsterrad? Wie kann man dauerhaft draußen bleiben?
Ich will versuchen, meine „Strategien“ sowie die Erfolge und Niederlagen dabei hier mehr oder weniger tagebuchartig zu dokumentieren.

Ich bin gespannt, ob es mir am Ende sogar gelingt, neben dem Hamsterrad in der Wiese zu sitzen und einen Cocktail zu trinken! 🙂

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„Haltet das Hamsterrad an – ich steige aus!“

Das gute alte Hamsterrad…wer kennt es nicht? Der Wecker klingelt morgens um 6 Uhr, man quält sich aus dem Bad, zwingt sich zu den nötigen „Restaurationsarbeiten“ (duschen, seltsame Haarverknotungen in eine Frisur umarbeiten, Augenschatten notdürftig mit Concealer verdecken, ein bisschen Wimperntusche, Rouge und Lippenstift auftragen), ein halbwegs bürotaugliches Outfit aus dem Schrank heraussuchen, eilig einen Kaffee trinken und vielleicht noch einen Toast oder ein Müsli runterschlingen – alles irgendwie träge und halbherzig, begleitet vom ständigen Blick auf die Uhr und dem Gedanken „Boah, ich hab keinen Bock!“

„Haltet das Hamsterrad an – ich steige aus!“

Dann geht es weiter: man schnappt sich die Handtasche, die gefühlt den halben Haushalt enthält, da man ja weiß, dass man erst am Abend wieder nach Hause kommt und zwischendurch für alle Eventualitäten gerüstet sein will. Auch sollte der Stapel Altpapier (Pizzakartons, Kartons diverser Online-Bestellungen in allen Größen und Formen) langsam mal die Küche verlassen, also wird die große Altpapiertasche über die linke Schulter gehängt. Ach ja, nach der Arbeit geht es ja noch weiter zum Aquafitness, damit der Büro-Rücken sich erholen darf – also muss auch noch die große Sporttasche über die rechte Schulter gehängt werden. Der Versuch, alles auf einmal zum Auto zu schleppen, scheitert schon im Treppenhaus: die Kartons verteilen sich lustig auf den Treppenstufen, die Sporttasche rutscht direkt mit von der Schulter, dabei fällt die Brotdose aus der Handtasche (die natürlich nicht mehr mittels Reißverschluss geschlossen werden kann, da sie überquillt) und während man hektisch alles wieder aufsammelt, denkt man nur „Es ist einfach zum Kotzen!“

Endlich am Auto angekommen: Es wird alles in den Kofferraum geladen, man steigt ein – und versucht mit mäßigem Erfolg, bloß nicht mit der Kleidung das Auto zu berühren, denn die letzte Autowäsche ist mal wieder einigen Wochen her…in der wenigen Freizeit, die einem bleibt, müssen Nichtigkeiten wie eine Autowäsche ganz hinten anstehen. Auch wenn man sich permanent ärgert, dass das Auto ständig die Farbe „Mattgraubraunblütenstaubgelb“ trägt, obwohl es doch eigentlich in schwarz-metallic lackiert ist. Dann geht es weiter: Motor an, Gang rein – und erst mal Schulkinder und andere Fußgänger vorbeilassen, deren Weg natürlich an der Einfahrt vorbeiführt. Zwischendurch immer wieder ein genervter Blick auf die Uhr. Nach einer Fahrt von 30 Minuten (es könnten 20 Minuten sein, wären da nicht Müllwagen, Schulbusse, Baustellen, …) kommt man endlich am Büro an. Super, auf dem Parkstreifen ist noch eine große Lücke frei. Schnell wird in der Seitenstraße gedreht – und zack – in der schönen großen Parklücke hat es sich ein anderes Auto gemütlich gemacht. Man kurvt also noch ein bisschen durch die Gegend – wobei die Uhr natürlich nicht aus den Augen gelassen wird – und kommt schließlich endlich im Büro an. Eigentlich fühlt man sich schon schlapp und ausgelaugt, bevor man sich mit seiner Kaffeetasse an den Schreibtisch gesetzt hat und die Aktenstapel sichtet, die bearbeitet werden müssen. Die Büroarbeit läuft dann wie immer: Akten wälzen, Telefonate führen, die großen und kleinen Probleme der Kunde lösen. Eigentlich nichts Weltbewegendes oder sonderlich Stressiges. Trotzdem hat man das Gefühl, dass jedes Telefonat und jeder Blick in die Akten mehr und mehr Energie rauben. Endlich ist Mittagspause. Man isst schnell etwas, geht vielleicht noch eine Runde spazieren und lässt die Gedanken immer wieder zu den Akten wandern, die noch auf dem Schreibtisch liegen und führt im Geiste schon mal alle Telefonate, die nach der Pause noch abzuarbeiten sind. Das sind meist die Telefonate, die man vormittags aufgeschoben hat. Telefonate mit Konfliktpotential, zu denen man sich einfach noch nicht überwinden konnte. Es kommt zu fragwürdigen inneren Dialogen (tatsächlich Dialoge, keine Monologe…es gibt nämlich eine Art innere Stimme, die gern die Rolle des Gesprächspartners einnimmt und dabei viele unschöne Dinge sagt…) in denen man sämtliche Szenarien durchdenkt, die natürlich immer mit dem Worst Case enden.

Wieder am Schreibtisch angekommen merkt man dann, dass die Telefonate, die man aufgeschoben hat, eigentlich harmlos waren. Meist läuft doch alles gut und man ärgert sich, dass man sich die schöne Pause mit den negativen Gedanken versaut hat. Man kann wieder aufatmen und merkt im Zuge dessen, dass der Rücken und die Schultern total verspannt sind, der Kopf schmerzt von der Arbeit am Bildschirm und die 16-Uhr-Müdigkeit schlägt voll zu. Besonders produktiv ist man nun nicht mehr, aber trotzdem rufen Kunden an, kommt „Laufkundschaft“ vorbei und es will verschiedenster Schriftverkehr erledigt werden. Man denkt sich: „Warum zum Henker tue ich mir das an?“ Immer mehr am Limit angekommen, schielt man zur gepackten Sporttasche und fragt sich „Soll ich da gleich wirklich noch hin?“ Hat man sich morgens noch auf die Sportstunde am Abend gefreut, erscheint sie einem jetzt nur noch als zusätzliche Geißel.

Aber es nützt ja alles nichts, aus Angst, irgendwann einen Bandscheibenvorfall zu erleiden, rafft man sich nach Feierabend noch auf und fährt ins Schwimmbad. Die Sportgruppe ist ein bunt gemischtes Grüppchen aus Frauen aller Altersstufen. Einige von ihnen haben Kinder und arbeiten nur noch halbtags, manche sind bereits Rentnerinnen. Neidisch hört man zu, wie sie erzählen, dass sie am Nachmittag mit der Freundin ein Eis essen waren, oder mit ihren Kindern den Zoo besucht haben. Davon kann man selbst nur träumen. Wie schön es wäre, den Nachmittag mal wieder an einem anderen Ort, als dem Büro zu verbringen! Statt auf den Bildschirm zu glotzen in einem Café zu sitzen und mit der Freundin zu quatschen – ein Traum! Ein Traum, der sich leider nur im Urlaub verwirklichen lässt…und der ist noch in weiter Ferne. Man bemitleidet sich noch ein wenig selbst, dann geht es unter die Dusche und endlich ab ins Schwimmbecken. Die Bewegung tut gut und es macht richtig viel Spaß! Man versteht nicht mehr, warum man vorher das Gefühl hatte, es einfach nicht zum Sport zu schaffen. Nachdem man ausgepowert wieder im Auto sitzt, holt einen ein Blick auf die Uhr wieder in die Realität zurück. Schon fast 21 Uhr! So Spät? Zu Hause muss noch die Sporttasche ausgepackt werden. Der nasse Badeanzug will durchgewaschen und zum Trocknen aufgehängt werden. Die nassen Handtücher müssen ebenfalls schnell aus der Tasche und auch alles andere muss wieder an seinen Platz. Dann schminkt man sich noch hastig ab, um um 21.3o Uhr endlich auf der Couch zu sitzen. Ein bisschen will man ja auch noch vom Tag haben. Man greift zu dem Buch, auf das man sich schon so lange freut…und – es war klar – nach zwei Seiten ist man im Land der Träume, das Buch knallt auf´s Laminat, reißt vorher noch die Teetasse mit sich…man ist wieder hellwach, wischt schnell den Tee vom Fußboden auf und denkt sich „Das war jetzt mein Abend? Das ist mein Leben für die nächsten 30 Jahre?“ Es kommen einem fast die Tränen vor lauter Selbstmitleid und man fragt sich, ob man nicht eigentlich der totale Jammerlappen ist.

Und die Antwort lautet: JA! Man ist ein Jammerlappen! Und es muss doch auch anders gehen. Wie? Das wird sich noch zeigen. Ab jetzt heißt es: „Haltet das Hamsterrad an, ich steige aus!